Manifest

Der Wirt "Gonzo" hat eine Manifest zur Suite verfasst: lesen und andächtig inne halten!

Ein Rückblick und Resümee des Wirten auf die ersten 5 Jahre!

Wie alles begann:

Wir schreiben das Jahr 1992, als nach dem legendärem Sommerlager „Schweden `92“ eine größere Ansammlung von „ausgedienten“ GuSp (ja richtig die gingen damals noch bis zum 16. Lebensjahr!!) die ein Jahr davor gegründete RaRo 6 Sparte ordentlich auffüllten und für noch mehr Aktivitäten in der Gruppe sorgten. Durch die tatkräftige Unterstützung der damaligen Begleiter Berti, Felix und Christoph kam es immer wieder zu legendären „bist Du gelitten ...“ Aktionen an die wir und bis heute gerne zurückerinnern! (Hochzelt, RaRo Zeitung, RaRo Geländespiele, Parties, ...).

Eine der intensivsten Aktionen war sicherlich die Errichtung der „RaRo-Suite“, eine anfangs sehr umstrittene Aktivität. Es wurden Stimmen laut die meinten: „In an Jahr interessiert des eh kan mehr - des hamma scho a paar mal ghabt in der Gruppe - da werden nur mehr wilde Feiern abgezogen, und kana räumt auf - dann werdets zu Sofa RaRos - ...“.

Doch hatten wir einige Fürsprecher auf unserer Seite, so dass mit dem Umbau der Galerie im damaligen „Mädchenraum“ begonnen werden konnte. Diente diese Ort vorher mehr als Rumpelkammer für viele Matratzen und für diverse Kanureste, wurde durch Einziehen einer Trennwand eine weiterer Raum geschaffen - Die „RaRo Suite“. Damals musste man sie noch über eine Leiter und durch einen Berg von Matratzen emporklimmen, was uns aber nicht hinderte den Raum sehr gemütlich einzurichten. Da wurden Möbelstücke aus Papas Keller angeschleppt und manche Sofas aus den leicht defekten Retourwaren mancher Möbelhäuser organisiert und hergerichtet. Von den damaligen Aktivitäten zeugt heute noch die „Grüne Couch“ und die kleine Bar, aus der jetzt der gelbe Gerstensaft fließt!

Unser Jahrgang wurde natürlich älter und älter, so dass im Laufe der Zeit viele ihre Schulausbildung beendeten und nach höheren Zielen strebten (Beruf, Uni, BH (*ggg), anderer Spaß, ...). Allerdings blieb ein relativ großer Teil der „Absolventen“ unserer Gruppe treu, so dass viele dieser Personen sogar heute noch in Positionen innerhalb des Systems zu finden sind.

Fast wären alle anfänglichen negativen Prophezeiungen mit etwas größerer Verzögerung eingetreten. Auch hatte die damalige sehr einfache und minimale Bewirtung (Martin) die Nase voll, (Frankenmarkter Kracherln!), da das „selbst nehmen und freiwillig Geld in die Kassa legen“- System nicht funktionierte. So kam es im Laufe des Pfadfinderjahres 95/96 zum Stillstand der RaRo Suite inklusive der Sparte selbst.

Der eigentliche Start der Jamboree Suite:

Im Frühling 1996 stellt ich fest, dass es um diese Institution zu schade wäre, so dass ich einen Wiederbelebungsversuch startete (*Weihrauch!!). Nach kurzer Rücksprache mit diversen „Führungspersönlichkeiten“ wurde das neue Programm initiiert: Die RaRo 6 Stufe wurde offiziell beendet, da ohnehin einige unseres Jahrganges (od. besser Partie) bereits seit längerem als Pfadfinderführer tätig waren, und es wurde die sogenannte „Freitag-Abend-Runde“ ins Leben gerufen. Da die Bezeichnung der Örtlichkeiten nicht mehr passend war, entschieden wir uns, nach reiflicher Überlegung, den Raum in Jamboree Suite umzubenennen. Ich selbst übernahm die Bewirtung, unter der Bedingung, daß ich die Waren versperren und „beinhart“ kassierte durfte.

Die Wiedereröffnung war ein voller Erfolg, es kamen erstaunlich viele Pfadis und ehemalige Pfadis, die es sich nicht nehmen ließen, sich vom Zustand der Räumlichkeiten zu überzeugen.

Jamboree Suite - was ist das?

Von diesem Zeitpunkt entwickelte sich die Jamboree Suite als Plattform für vielerlei Angelegenheiten. So wurde und wird oft Nächte lang über „Gott und die Welt“ diskutiert, eben ganz hemmungslos, in gemütlicher Umgebung, fernab jeglicher direkter Verantwortung gegenüber von Kindern, wie es auf Heimabenden meistens der Fall ist. Große Pläne wurden geschmiedet, so wie auch manche Krise in der Gruppe besprochen. Ich habe da noch so einige Erinnerung an manche Nacht, als wir zum Beispiel mit dem damals abgetretenen WiWö Team über deren Zukunft diskutierten - als die ersten Gedanken der Aufspaltung der GuSp in zwei Sparten aufkamen -  als die neuen RaRo gegründet wurden - und zuletzt die Neugestaltung des Waldfestes. Unzählig äußerst produktive Resultate waren im Laufe der Geschichte der „MEL-Scouts“ zu verzeichnen, die ihre Ursprünge oft an Jamboree-Suite-Abenden hatten.

Natürlich ging und geht es nicht jeden Abend so „seriös“ zu, sondern „Feiern bis in die Morgenstund“ gehört ebenfalls dazu. So ist eine weitere wichtiger Faktor im Geschehen der Jamboree Suite die Auswahl der gespielten Musik. Ich persönlich halte nichts von Einseitigkeit, so dass die heutige Jamboree Suite auch eine Plattform für verschiedenste Musikrichtungen darstellt, wobei in jüngster Zeit vielleicht wieder starke „Wiederholung“ durch Einführung des MP3 Computers entstanden ist (?!).

Das schöne an der Jamboree Suite ist, dass sie sich tatsächlich zu einer Institution entwickelt hat. So gibt es neben den normalen immer Freitags während des Pfadi-Jahres stattfindenden Runden auch oft spontane Treffen um Probleme zu diskutieren oder einfach nur gemütlich zu plaudern bzw. Musik zu hören, abseits von dem üblichen „Alltag“.

Veränderung:

Nun hat sich die Jamboree Suite in den letzten 5 Jahren auch optisch stark verändert. Eine der wesentlichen Neuerungen war die Konstruktion eines Stiegenaufganges, den wir den beiden „Zimmermännern“ Hupfi und Pat zu verdanken haben. Angespornt durch diese Innovation, entschloß ich mich für eine generelle Überarbeitung der Räume. So wurde der Vorraum okkupiert um mehr Platz zu haben, sowie neu ausgemalt bzw. neu dekoriert.

Es war eine ganz besondere Überraschung, als nach der Erweiterung eines Abends Schindi mit einem Paket ankam und meinte :“Schaut‘s was ich besorgt habe!“ - ein Dart Board wurde installiert. Unzählige Wettbewerbe fanden darauf statt und so mancher Besucher war bis heute gar nicht richtig von der „Schießwut“ abzubringen!

Und wieder alles anders?

In diesem Zustand verweilte die Jamboree Suite, nebst kleinen Veränderungen, bis zum Herbst 1999. Zu diesem Zeitpunkt wurde die bisher größte Investition getätigt: Da der Besucheransturm kaum zu bremsen war, wurden die vorhandenen Getränkedepots zu klein, so daß jede Woche Nachschub besorgt werden mußte, und die Räumlichkeiten ständig mit leeren Flaschen „infiziert“ waren. So wurde auf Grund meiner Initiative (*Weihrauch) beschlossen ein Zapfgerät zu organisieren. Es ist unserem Getränkehändler Uchatzi zu verdanken, daß wir trotz vieler Sonderwünsche ein relativ günstiges Gebrauchtgerät bekommen haben. Dank der „kreditfreudigen“ Besucher konnte das Gerät prompt vorfinanziert werden. Innerhalb eines weiteren 3/4 Jahres voller „Bierspaß“ konnte dann die Jamboree Suite alle Gläubiger befriedigen und war wieder „schuldenfrei“.

Im Zuge dieser Innovation beschloß ich den gesamten Jamboree Suite Bereich wieder neu zu gestalten, und verbrachte fast ein Jahr lang unzählige Abende im Pfadi Heim, um die JS in den Zustand zu bringen in dem sie heute ist. Ich konstruierte einen „Kobel“ um die Stiege, um die obige Türe hinfällig werden zu lassen, damit weiterer Platz gewonnen werden konnte. Desweiteren habe ich den Boden geschliffen und versiegelt - Bars gebaut - die Zapfmaschine versteckt - unzählige Kästchen gebaut - einen 19“ Schrank für die teilweise schon vorhandene neue Musikanlage -  einen neuen (alten) Kühlschrank eingebaut, da der alte sich mehr in den Scout-Shop entleerte als zu kühlen - .... (*aber jetzt ganz viel Weihrauch). Dank gilt es an dieser Stelle an alle Helfer auszusprechen, die mir hin und wieder in wichtigen Situationen mit Rat und Tat geholfen haben.

Krisen:

Im Laufe der Jahre gab es natürlich auch so manchen Rückschlag, so wurde hin und wieder die Jamboree Suite an sich in Frage gestellt. Manchmal wurden Stimmen laut die meinten, daß ohnehin innerhalb dieser Einrichtung nur Gesoffen würde, und nur dumme Ideen entstünden. Speziell mit Gründung der neuen RaRo entfachte eine allgemeine Diskussion über die Konsumgewohnheiten mancher Pfadis. Dabei wurden Ideen geboren, die eine starke Kontrolle und Einschränkung des Betriebes bedeutet hätte, die aber jeder Grundlage entbehrten, da zumindest innerhalb meiner Anwesenheit als Wirt, niemals exzessiver Mißbrauch betrieben wurde, bzw. wurden die Jugendschutzbestimmungen immer eingehalten, so daß an zu junge Gäste niemals etwas verwerfliches ausgeschenkt wurde. Letztlich siegte die Vernunft, und der Betrieb ging und geht innerhalb seiner üblichen Parameter weiter. Übergeordnet muß ich festhalten, daß es meistens die Pfadis waren, die starke Einschränkungen forderten, die selbst so gut wie nie anwesend waren, und daher meist spekulativ urteilten. Vielleicht war es auch der Neid nicht „dabei“ sein zu können, obwohl aus der Jamboree Suite niemand ausgegrenzt wurde oder wird, sondern vielmehr jede/r ab 16 Jahren herzlich willkommen ist.

Es gab auch die ein oder andere Krise der Wirten selber, wenn sich zum Beispiel wiederholt niemand zum Mithelfen beim Aufräumen bereit erklärte - Konsumationen nicht bezahlt wurden, trotz allgemein bekannter Spielregeln - Einrichtungsgegenstände beiläufig beschädigt wurden - demonstratives Desinteresse gezeigt wurde - Heimabendreste nicht beseitigt wurden - ... - da kam es schon einmal vor, daß dem jeweiligen Wirten der Kragen platzte und dabei das ein oder andere Glas zu Bruch ging (vor Wut!) oder absichtlich nicht aufgeräumt wurde!

Drum herum:

In den letzten Jahren, hat sich ein gewisses Rahmenprogramm als Umhüllendes gebildet, das immer wieder für Abwechslung sorgt. So finden manchmal auch „Outdoor“ Jamboree Suite Runden statt, die uns schon an so manche Orte verschlagen haben.

Es liegt immer im Bereich des Wirten wie weit er gehen möchte. Des weiteren wurden schon einige Feste organisiert an denen Live-Bands auftraten.

Besonderer Dank gilt an dieser Stelle dem derzeitigen „Ersatzwirten“ Strebi, da ich selbst derzeit in München weile, und er mich eindeutig bravourös vertritt und ständig für Abwechslung sorgt!

Einblicke und Ausblicke:

Abschließend möchte ich noch festhalten, daß die vergangenen 5 Jahre sicherlich nicht vergebens waren, sondern die Gruppe im allgemeinen sehr stark belebt wurde. Vielleicht ist diese Institution mit schuld, daß unsere Gruppe zu den wenigen gehört, die nicht unbedingt unter Mangel an Jugendlichen klagen muß, sondern speziell in jüngster Zeit immer größer geworden ist. Vielleicht ist es der gewisse, interne, ungehemmte und lockere Zusammenhalt, abseits der eigentlichen Gruppenarbeit, der uns leitet und Kraft gibt, nicht zu rasten!

Wie man bereits gehört und gesehen hat, gibt es in manchen benachbarten Gruppen verschiedenste Versuche unsere Institution nachzuahmen, da die JS scheinbar auch bei „auswärtigen“ Pfadfindern positive Resonanz hervorgerufen hat, es muß folglich etwas „dran“ sein, jedoch kann es nur ein „Original“ geben!

Es bleibt abzuwarten was uns die Zukunft noch bringen wird, wie die JS unsere Persönlichkeiten noch weiter bereichern wird und welche Konsequenzen diese Einrichtung nach sich ziehen wird. Vielleicht entsteht eines Tages eine eigene „MEL-Gilde“, die sich aus „ausgedienten“ Mitarbeitern zusammensetzen könnte und die für weitere schöne Zeiten sorgen würde.

Doch bis dahin heißt es hoffentlich noch lange: „Let’s go to Jamboree Suite at Hausberg 1 and join our Party“

Herzlichst Euer Herwig alias „Der Wirt Gonzo“!